Erfahrungsgemäß ist die erste Frage vieler Pferdebesitzer, dessen Pferde beschlagen sind, ob es möglich ist ihr Pferd barhuf laufen zu lassen.

Die Antwort darauf ist gan klar und einfach.

Generell gilt: Ist der Abrieb des Hufes (z.B. bei Kutschpferden) größer als das Wachstum der Hornkapsel, so wird ein Abriebschutz benötigt. Ob dies in Forn eines Beschlages z.B. Eisen oder Kunststoffbeschläge, oder in Form eines Abriebschutzes durch Hufschuhe besteht, ist dabei irrelevant. In den meisten Fällen ist es jedoch so, dass kein erhöhter Abrieb des Hufes besteht und somit auch kein Hufschutz benötigt wird.

 

 

So bietet der Beschlag eines Pferdes nicht nur den Vorteil des Abriebschutzes, sondern auch viele Nachteile für die Pferdegesundheit:

 

 

  • Hufmechanik / Beweglichkeit der Hornkapsel wird eingeschränkt
  • Anschmiegen des Hufes an den Boden wird verhindert und Stöße wirken direkt und mit mehr Härte auf Knochen und Gelenke
  • Das Pferd wird seines Tastsinnes beraubt und geht unvorsichtiger mit seiner Gliedmaße um
  • Durchblutung ist schlechter wegen geringerem Bodenkontakt / geringerer Hornkapselbeweglichkeit und der damit verbundenen geringeren Reize
  • Stellungsfehler werden provoziert (überproportionaler Abrieb im Trachtenbereich), wenn der Hufbearbeiter hier nicht gegensteuert, was wiederum mit radikalen Veränderungen bei jedem Beschlagswechsel verbunden ist
  • größere Verletzungsgefahr für Mensch und Artgenossen
  • erhöhte Rutschgefahr
  • natürlicher Feuchtigkeitstransport der Hornkapsel wird durch Nagelung gestört
  • Eindringen von Keimen wird begünstigt
  • ursächliche, langsame Korrekturen von Fehlstellungen und Fehlbelastungen sind nicht möglich, sondern nur abrupte Veränderungen beim jeweiligen Beschlagswechsel